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06.03.2025

Fit in den Frühling: Reinigungsprogramm für den Körper

Der Frühling bringt Leichtigkeit und das Ende der langen und kalten Wintertage. Während die Kleidung langsam luftiger wird, ist jetzt auch für den Körper eine gute Zeit, um Ballast abzuwerfen. Mit der passenden Ernährung können wir uns den Jahreszeitenwechsel (auch im Wortsinn) leichter machen – und das ein oder andere Kilogramm Winterspeck loswerden. 

Was passiert jetzt im Körper?

Im Frühling werden die Tage länger, heller und wärmer. Das hat Einfluss auf unseren Hormonhaushalt. Mehr Licht sorgt dafür, dass wieder mehr Serotonin produziert wird. Das sogenannte „Glückshormon“ sorgt für gute Stimmung und Energie. Dafür nimmt die Menge an Melatonin ab. Das „Schlafhormon“ wird bei Dunkelheit ausgeschüttet und lässt uns müde werden. So pendelt sich das Gleichgewicht der Hormone über einige Wochen langsam ein. Für den Körper ist dieser natürliche Prozess jedoch anstrengend. Manche Menschen sind in dieser Zeit besonders müde und antriebslos.

Der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit können Sie mit viel Bewegung an der frischen Luft entgegenwirken. Außerdem wichtig (und zwar das ganze Jahr über): eine ausgewogene Ernährung, die den Bedarf an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen deckt. Dabei gilt: Je abwechslungsreicher, desto besser. Die Basis bilden ausreichend kalorienarme Flüssigkeit (idealerweise Wasser), pflanzliche Lebensmittel und Ballaststoffe. Wenn Sie Ihre Ernährung bisher als eher einseitig empfunden haben und sie vermehrt aus fettigen, kalorienreichen Lebensmitteln bestand, ist jetzt der ideale Zeitpunkt für eine Ernährungsumstellung.

Detox: Frühjahrsputz für den Körper?

Immer wieder ist in diversen Medien von sogenannten „Detox-Kuren“ die Rede. Die Abkürzung Detox stammt vom englischen Wort Detoxification, was auf Deutsch Entgiftung bedeutet. Grundlage bildet die Annahme, dass sich in unserem Körper durch ungesunde Ernährung, Schadstoffe aus der Umwelt, Alkohol und Nikotin, aber auch durch Stress so viele Gifte ansammeln, dass er diese nicht mehr vollständig ausscheiden kann. Sie bilden angeblich Ablagerungen in den Organen und im Bindegewebe, sogenannte „Schlacken“. Spezielle Entgiftungskuren, die über einen bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden, sollen den Stoffwechsel ankurbeln und den Körper von diesen Schadstoffen reinigen. Beispiele sind Saftkuren, bei denen nur Obst- und Gemüsesäfte getrunken werden. Andere versprechen eine solche Reinigung durch eine Kur, bei der nur Rohkost gegessen wird. Positiver Nebeneffekt: Durch die reduzierte Kalorienmenge kommt es in der Regel auch zu einer Gewichtsabnahme. Wie anhaltend die ist, kommt allerdings darauf an, ob auch nach der Kur eine überwiegend ausgewogene Ernährung beibehalten wird. 

Was bringen Detox-Kuren?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es bis heute keine wissenschaftlichen Belege für die Existenz von Schlacken. Auch sei es aus wissenschaftlicher Sicht nicht nötig, eine Reinigung des Körpers durchzuführen. Das kann er nämlich selbst. Schließlich sind bei gesunden Menschen unter anderem die Organe Leber, Nieren, Darm und Haut dafür zuständig, unerwünschte Stoffe auszuscheiden. Außerdem ist weder klar, was die von Detox-Anhängern genannten Gifte eigentlich sind, noch, wie genau diese bei einer Entgiftungskur abgebaut werden sollen. Allerdings kann eine Kur über einen bestimmten Zeitraum so etwas wie ein Startschuss sein und manchen Menschen den Einstieg in eine Ernährungsumstellung erleichtern. Wichtig ist hier, Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu halten und zu beachten, womit Sie sich wohlfühlen.

Vorsicht bei Detox-Produkten

Wenn Sie es ausprobieren möchten und sich damit wohlfühlen, ist gegen eine Entgiftungskur unter ärztlicher Aufsicht also nichts einzuwenden. Geld für spezielle Säfte, Tees und Nahrungsergänzungsmittel auszugeben, ist allerdings nicht notwendig und aus Sicht der Verbraucherzentrale sogar bedenklich. Diese Detox-Produkte werden zwar häufig für ihre angeblich entgiftende Wirkung beworben, für die Wirkung fehlt allerdings die wissenschaftliche Grundlage. Einige Mittel enthalten Bestandteile, die entwässernd wirken, zum Beispiel Brennnessel und Löwenzahn. In zu hoher Dosierung können sie zur erhöhten Ausscheidung bestimmter Mineralstoffe führen und die Wirkung von Medikamenten abschwächen.


Heilfasten: Der Klassiker

Wer seinen Körper einmal komplett runterfahren will, kann alternativ auch das Heilfasten ausprobieren. Es wird in alter Tradition bereits seit Jahrtausenden durchgeführt und ist als moderne Form durch den Arzt Otto Buchinger (1878 –1966) bekannt. Die Dauer beträgt in der Regel zwei bis maximal vier Wochen. Während dieser Zeit liegt die maximal erlaubte Energiezufuhr bei 250 bis 500 Kilokalorien pro Tag. Erlaubt sind meist Gemüsebrühe, frische Obst- und Gemüsesäfte und viel Flüssigkeit in Form von Kräutertee oder Wasser. Der Fokus liegt hier nicht auf einer dauerhaften Gewichtsabnahme, sondern auf den positiven Effekten, die das Fasten auf den Körper haben kann.

Heilfasten kann sowohl vorbeugend für Gesunde als auch bei bestimmten Krankheiten wie rheumatoider Arthritis, chronischen Entzündungen oder Erkrankungen des Stoffwechsels sowie des Herz-Kreislauf-Systems sinnvoll sein. Die Kur sollte idealerweise unter ärztlicher Beobachtung erfolgen. Bevor Sie starten, sollten Sie abklären lassen, ob eine solche Kur für Sie infrage kommt und worauf Sie passend zu Ihrer individuellen Gesundheitssituation achten müssen, zum Beispiel im Hinblick auf bestimmte Medikamente, die Sie einnehmen.

Intervallfasten: Fasten im Alltag

Das Intervallfasten ist keine Kur über einen definierten Zeitraum, sondern eine dauerhafte Ernährungsform, welche das Fasten in den Alltag integrieren soll. Dabei wird entweder tage- oder stundenweise auf Nahrung verzichtet. Die Fastenden erhoffen sich davon meist eine langfristige Gewichtsreduktion und positive Effekte auf den Blutzuckerspiegel. Es gibt verschiedene Formen des Intervallfastens, die sich in Dauer und Häufigkeit des Nahrungsverzichtes unterscheiden. Auf diese Weise können die Fastenden die Variante auswählen, die am besten in ihren Alltag und Arbeitsrhythmus, zum Beispiel bei Schichtdienst, passt.

Ein Beispiel für Intervallfasten ist die 16:8-Methode, bei der die Fastenden täglich nur innerhalb eines Zeitraums von acht Stunden essen dürfen und für 16 Stunden auf die Nahrungsaufnahme verzichten. Eine Mahlzeit des Tages fällt aus. Ob es das Frühstück oder das Abendessen ist, kann die fastende Person selbst entscheiden. Eine andere Variante ist die 5:2-Diät. Bei dieser Methode ist an fünf Tagen in der Woche normales Essen erlaubt. An den verbleibenden zwei Tagen wird die Nahrungsaufnahme auf etwa ein Viertel der sonst üblichen Energiezufuhr reduziert.

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Quellen:

https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2022/03/fruehjahrsmuedigkeit-das-steckt-dahinter

https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/

https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/

https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/diaeten-und-fasten/entgiftungsdiaeten/

https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/diaeten-und-fasten/heilfasten/

https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/diaeten-und-fasten/intervallfasten/  

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